EU unterstützt mit 35 Mio. Euro philippinisches Gesundheitswesen

15. April 2011 – Die Europäische Union erklärte am Freitag, dass sie 35 Mio. Euro der philippinischen Regierung zur Verfügung stellt, um Filipinos mit niedrigem Einkommen freien Zugang zu Verhütungsmitteln zu geben. Die EU hält die Ankündigung für einen Weg, die Philippinen zu einer reproduktiven Gesundheitspolitik zu drängen, eine Maßnahme die von der einflussreichen katholischen Kirche stark bekämpft wird.

Nicholas Taylor, Leiter der Operationen der EU-Delegation in Manila, sagte in einer Pressekonferenz am Freitag, dass ein langsameres Bevölkerungswachstum die Gesundheit verbessern würde und die Armut in den Philippinen verringert. „Wir haben immer sehr klar die Rechte für eine reproduktive Gesundheit unterstützt.“ sagte Taylor. „Es ist wichtig für Regierungen, Familienplanung verfügbar zu machen … Es würde viel effektiver durchgeführt werden können, wenn der Gesetzentwurf zur reproduktiven Gesundheit verabschiedet wäre, denn das gäbe einen rechtlichen Rahmen, dies viel effektiver durch zu führen.“ fügte er hinzu.

Kostenlose Verhütungsmittel

Die EU sagte, es sei rechtlich legitim, armen Familien in ländlichen Gemeinden kostenlose Verhütungsmittel anzubieten. „Dass sie die Pille bezahlen sollen, wäre dumm.“ sagte Taylor. Er sagte, die meisten armen Gemeinden im Land hätten keinen Zugang zu kostenlosen Verhütungsmitteln, da dies abgelehnt würde. Derzeit zahlt man in den meisten Gegenden z.B. 5 Pesos für einen Kondom. „Wir sollten sicherstellen, dass die Lieferung als ‚Dienst‘ verstanden wird …  Wir sollten auch darauf achten, dass dumme Dinge wie unnötige Gebühren nicht auf die Armen abgewälzt werden.“ so Taylor.

Im Gegensatz zu den Philippinen, seien andere Länder Südostasiens viel fortschrittlicher bei der Bewältigung des Bevölkerungswachstums, sagte Jörn Dosch, Leiter des Evaluationteams des EU-Kooperationsprogramms auf den Philippinen. „Es muss irgendwann angesprochen werden.“ betonte Dosch. Die philippinische Bevölkerung beläuft sich auf fast 100 Millionen, während die Projektionen der Geburtenrate für 2011 bei 25,34 Geburten pro 1.000 Einwohner liegt.

„Reproductive Health“ Gesetzentwurf

Laut Taylor, kann die Regierung die Familienplanung besser unterstützen, wenn das „Reproductive Health Gesetz“ verabschiedet sei. Der Gesetzentwurf liegt nun dem Unterhaus zur Genehmigung vor, wo dieser aber auch einige Kritik auslöste, meist religiöser oder moralischer Art. Viele Kritiker, vor allem Katholiken, blockierten derzeit alle Bemühungen um ein Gesetz, das einen kostenlosen öffentlichen Zugang zu Sexualaufklärung und Empfängnisverhütung fördern würde. Rund 80 Prozent der Filipinos sind katholisch.

Die EU – eine wirtschaftliche und politische Union von 27 Mitgliedstaaten in Europa – weist darauf hin, dass sie zwar nicht in den Philippinen in die Gesetzgebung eingreifen könne, sie werde aber zivile Gesellschaftsgruppen unterstützen, die den Gesetzentwurf zur Verabschiedung pushen. Das Gesundheitswesen wurde in der Union der Schwerpunkt der Sorgen um die Philippinen. Seit 2006 hat der Gesamtbetrag der EU-Finanzhilfen für das Gesundheitswesen des Landes, bereits 45 Mio. Euro erreicht.

Die derzeitige Finanzhilfe an die philippinische Regierung, bedeute nur, dass die EU dem Land Unterstützung gewährt bei der Erreichung der „Millenniums-Entwicklungsziele“ der Vereinten Nationen. Für ihren Teil, haben sich die Philippinen seit langem dazu verpflichtet, die Mütter- und Kindersterblichkeit zu reduzieren sowie den Filipinos einen effektiven Zugang zu reproduktiver Gesundheit zu geben.

Quelle: EU to infuse €35M to support PHL’s health system reforms
http://www.gmanews.tv/story/217917/nation/eu-to-infuse-35m-to-support-phls-health-system-reforms