Der Basketballstar 5

Doch am Folgetag kommandierte der Sohn des ehemaligen Basketballers mal wieder den Boy herum. Er soll heute ein Gestell mit einer dicken Bambusstange bauen, an die der Affe angebunden wird, aber dann trotzdem noch an dem daneben stehenden Baumstamm hoch klettern kann. Hört sich so an, wie eine „Freiheit auf Raten“. Die „Fußfessel“ für Affen! Aber so ein Äffchen freut sich schon über wenig, wenn man ihm die Dosis nur klein genug verabreicht – ich könnte kotzen, bei solch einer Tierquälerei! Aber Tierschutz ist auf den Philippinen ein Fremdwort!

Doch wo jetzt der Affe etwas Freiheit hat, müssen seine Herren aufpassen, dass dieser sich nicht mit den Hunden in die Quere kommt, da seine Reichweite jetzt plötzlich etwa 3 Meter beträgt. Denn der Dobermann ist nur einer von drei Hunden des Hauszoos der Valdez-Familie und als Affenfreund denkbar ungeeignet. Ob das Äffchen zu spät von der Humorlosigkeit des Dobermanns erfährt? Nein, das Äffchen unterscheidet instinktiv

welcher Wauwau zum Spielen taugt und welchen es eher aus der Distanz bewundert. Denn trotz seiner flinken Sprünge, die ihn jederzeit in Sicherheit bringen können, ein Dobermann heißt auch in philippinischen Tierkreisen wohl Dober-„MANN“ oder wie Valdez ihn nannte: „ADOLF“!

Und so konzentrierte er sich auf die beiden anderen, deren Beine kürzer blieben. Hin und wieder, wenn die Herrchen nicht zu sehen waren, dann machte sich der Affe einen Spaß daraus, die Hunde als Pferd zu reiten! Er hüpft von der Stange und hielt sich meist an den Ohren des Hundes fest! Irgendwie wirkte das wie ein Spiel, das aber immer schnell in fürchterliches Hundegewinsel ausartete. Denn manchmal zog der Affe dem Hund die Ohren lang, hin und wieder testete der Affe die natürlichen „Körperhöhlen“ des Hundes mit seinen Fingern aus oder veranstaltete sonst einen Blödsinn. Sobald ein Mensch dann im Anmarsch war, flüchtete er ganz scheinheilig auf seine Stange und zupfte an seinem Fell die Flöhe oder was auch immer aus!

Dennoch funktionierte die natürlich-künstliche Raumeinteilung der „Valdez-Garten- und Naturarchitekten“ nicht so richtig, denn die Hunde kläfften die ganze Nacht hindurch. Valdez Hunde konnten zwar nicht raus auf die Straße, wurden aber dennoch von den streunenden Straßenkötern beeinflusst. So rannten in der Nacht die herrenlose „Susi und Strolch“-Gesellschaft durch die Straßen. Da zankten die und rauften, eben nicht immer so ruhig. Wenn dann noch eine läufige Hündin dabei war, dann kann die Nachtruhe sogar sehr verkürzt werden. Als das mal der Fall war, drehten Valdez Hunde fast durch. Bellen, Jaulen, Kläffen von vielleicht 20 Hunden – Wahnsinn! Da entwickelt man ja schon fast Sympathie für die Liebhaber von Hundefleisch …

Doch nicht nur mein Schlaf war beim Teufel, auch der von Valdez. Hehe, da hat sich aber einer selbst in den Hintern gekniffen. Aber meine Freude währte nicht allzu lange, da unser nachbarlicher „Tierliebhaber“ sich was Neues ausdachte. Und so hämmerte und klopfte er mit seinem Boy den ganzen Tag rum, bis es sichtbar wurde: ein Zwinger für den Dobermann! Doch was heißt da Zwinger? Das ist ein Gitterkasten, in den der Hund gerade mal so rein passt. Drehen konnte der sich sowieso kaum darin. Doch warum mache ich mir nur Gedanken darüber? Ändern werde ich das ohnehin nicht! Schon gar nicht, wenn man darüber nachdenkt, dass Valdez Sohn seine dafür speziell gebaute Sitzbank samt Grill opferte. Naja, opfern wäre übertrieben, denn er verlieh ihr nur einen strategisch etwas nachteiligeren Platz. Nun des einen Nachteil ist manchmal des anderen Vorteil: denn er transportierte die Bank und die „Rauchmaschine“, auf der er seine Chorizo und Tocino (süße Wurst und süßes Fleisch – igitt!) grillte, in die aus unserer Sicht, entgegengesetzten Richtung. Als Ersatz baute er das „Hundegefängnis“ dann unter unser Schlafzimmer.

Die Folgewoche sollte es dann in sich haben! Denn in der nächsten Nacht kläffte sich der Dobermann fast heißer! Schlaf entwickelte sich zum Fremdwort. Der Blick morgens in den Spiegel, den ich kaum noch wahrnahm, zeigte eine Gestalt die ungeschminkt jeden Zombiefilm geziert hätte! Meine Ohnmacht entwickelte sich allmählich zur Wut! Noch so ein paar Tage oder besser gesagt Nächte und ich vergifte das Vieh! Doch das fände ich eigentlich die schlechteste von allen ‚denkbaren‘ Lösungen, da der Hund nun wirklich nichts dafür kann und andererseits, der Idiot von Nachbar todsicher wieder so einen Hund am Folgetag nachkauft! Zum anderen sind mir bereits einige seiner Worte, die ich von ihm hinter der Mauer aufgeschnappt habe, recht „unfreundlich“ in Erinnerung hängen geblieben …

(Fortsetzung folgt)