Warnung vor Reiskrise !

12. April 2011 – Steigenden Kosten für Grundstoffe und Dienstleistungen in dem Land und ein schrumpfendes Reisangebot, haben sich zu einem Thema der nationalen Sicherheit entwickelt, nach einem Bericht der ‚National Intelligence Coordinating Agency‘ (NICA). Der Bericht, der am 20. Februar ausgearbeitet und Präsident Benigno Aquino eine Kopie davon überreicht wurde besagt, einer der möglichen Brennpunkte den die örtlichen Nachrichtendienste beobachteten, sei die Versorgung und der Preis für Reis weltweit.

Rasant steigende Preise für Getreide wegen Produktionsausfällen führten zu Hungerrevolten in mehreren Ländern und stürzten eine Regierung im Jahr 2008, während die Philippinen aufgefordert sind riesige Mengen an Reis zu kaufen und diesen an die Armen mit einem Abschlag weiterzugeben. Ein Top-Sicherheitsanalyst, der bei der Ausarbeitung des NICA Berichtes geholfen hat sagte, frühe Anzeichen von Unruhe infolge der Preissteigerungen würden in diesem Jahr zeitnah beobachtet.

Massen an Demonstranten hielten Kundgebungen gegen Preiserhöhungen ab und ein landesweiter Streik im Verkehrssektor, seien Anlass zur Besorgnis, sagte der Sicherheitsexperte, der wegen der Art seine Tätigkeit nicht genannt werden möchte. „Die Quellen der Unruhe sind nicht nur terroristische Bewegungen oder politische Konflikte, sondern auch eine Frage des Hungers. Die gefährlichsten Menschen seien diejenigen, die hungrig sind.“ sagte er.

Im März lag der durchschnittliche Preis für Reis auf dem internationalen Markt ein wenig höher als 500 US$ pro Tonne, nach der UN ‚Food and Agriculture Organization‘ (FAO). Die Agentur sagte kürzlich, dass die Nahrungsmittelpreise in diesem Jahr weltweit etwa 37 Prozent höher als im letzten Jahr seien. Im Land, läge der durchschnittliche Verkaufspreis von Reis derzeit zwischen 30 und 35 Pesos pro Kilogramm, berichtet das ‚Bureau of Agricultural Statistics‘ (BAS) des Landwirtschaftsministeriums am 9. April.

Der Bericht der NICA kam ein paar Tage vor der Veröffentlichtung der Ergebnisse einer Umfrage über die Armut, die besagt mindestens zwei von zehn Filipinos hätten in diesem Jahr schon mal Hunger erlebt und mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Landes bewerte sich selbst als arm.

Ungewöhnliche Wetterbedingungen

Der NICA Bericht, der als vertraulich eingestuft wurde, nannte als Grund der Versorgungsknappheit mit Lebensmitteln und der daraus resultierenden Kostenentwicklung in vielen Teilen der Welt, darunter auch den Philippinen, die ungewöhnlichen Witterungsverhältnisse durch den Klimawandel und weltweite Umbrüche.

Einige Gründe, die auf eine potenzielle Krise in der Reisversorgung deuteten, so der Bericht, seien die folgenden:

  • Wetter-Störungen, wie Überschwemmungen und Dürre, haben die Nahrungsmittelproduktion weltweit stark betroffen.
  • Die Reis-produzierenden Länder, erfahren ohne Ausnahme, eine Gesamtreduktion der Produktion.
    Dies sind die Philippinen, Thailand, Vietnam, Pakistan, Indien, China und Kambodscha.
  • Massive Verluste bei der Weizenproduktion durch Überschwemmungen und einem Kälteeinbruch in Australien, Russland, der Ukraine und den Ländern Osteuropas, dürften eine Verlagerung der Weizen Verbraucher zu Reis verursachen, was weltweit die Lieferungen belasten dürfte.
    „Reis und Weizen sind wechselseitige Alternativen und weltweit die wichtigsten Grundnahrungsmittel.“
  • Eine Warnung der FAO über eine weltweite Nahrungsmittelkrise als Folge der starken Rückgänge bei der internationalen Nahrungsmittelproduktion.

LEDAC Sitzung

Der Bericht hat den Schreibtisch des Präsidenten erreicht und wurde zum Gegenstand des ersten Meetings der ‚Legislative Executive Development Advisory Council‘ (LEDAC) am 28. Februar.

Auf einer Pressekonferenz im Anschluss an die LEDAC Sitzung hat Aquino das Landwirtschaftsministerium gefragt, wie es die Reis Verfügbarkeit bewerte, „denn falls wir einen plötzlichen Mangel hätten, würde das sicherlich eine abträgliche Wirkung auf die Verbraucher auslösen.“

„Dieser Bericht wird gemacht, um die steigenden Kosten (von Gütern und Waren), die zu Beginn des Jahres 2011 begannen, zu mildern.“ so der NICA Bericht. Die meistbeobachtete Ware ist Reis, da jede Erhöhung der Kosten für lebensnotwendige Güter, wie Reis, für jede Verwaltung politisch entscheidend wird.

Verwundbar

Der Bericht besagte, das Land sei sehr anfällig für die Verschärfung der Nahrungsmittelversorgung in der Welt. Das Land habe derzeit einen Fehlbetrag von 1,3 Millionen Tonnen Reis in der Produktion. „Kurz gesagt, unsere Reisproduktion kann unsere Nahrungsnachfrage für das Jahr 2011 nicht erfüllen.“ hieß es.

Das Land hat eine Kapazität für einen Puffer in Höhe von mindestens 2,5 Millionen Tonnen, entsprechend der BAS. Landwirtschaftsminister Proceso Alcala war früher mit den Worten zitiert worden, dass die Philippinen bis zu 800.000 Tonnen importieren müssen, um die Lücke in der lokalen Produktion zu schließen.

Mehr Reisimporte

Nervös über die Möglichkeit von Preiserhöhungen auf dem internationalen Markt und dem Gespenst der stärkeren Stürme, sagte die ‚National Food Authority‘ (NFA), es würde mehr Reis importieren, um eine stabile Versorgung und Preise in der zweiten Hälfte des Jahres zu gewährleisten. NFA Administrator Angelito Banayo gab am Montag bekannt, dass er zusätzliche 300.000 Tonnen von Reis importieren will, um den Vorrat zu erhöhen.

Die NFA bestellte kürzlich aus Vietnam 200.000 Tonnen, die die Agentur um die 4 Mrd. Pesos kosten wird, in einem Handel zwischen den Regierungen. Der Reis wird von April bis Juni ausgeliefert werden. „Ich möchte auf Nummer sicher gehen und kaufe etwas mehr. Es wird nicht zu viel sein.“ sagte Banayo.

Die NFA kann 1,3 Mio. Tonnen Reis aus dem Ausland kaufen. Von dieser Menge werden 200.000 Tonnen von der Regierung beschafft, während 660.000 Tonnen durch den privaten Sektor importiert werden. Das Land verbraucht mehr als 13 Millionen Tonnen Reis pro Jahr, nach einem Bericht des Landwirtschaftsministeriums.

Gespannte Finanzen

Der NICA Bericht besagt, die größte Frage sei, ob die philippinische Regierung sich die Kosten für die Einfuhr von Reis leisten könne. Durch die Rückführung philippinischen Arbeiter aus unruhigen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas entstand eine angespannte Kostensituation.

Der Bericht sagt, „es gibt eine wachsende Anzahl an Reis-importierenden Ländern, die bereits gekauft oder geordert hätten, anbetracht des schwindenden Angebots von Reis und der geringeren Produktion von Reis und Weizen.“ Dies könne zu höheren Kosten für importierten Reis führen.

Der Bericht besagt, Indonesien das in 2008 und 2009 keinen Reis importiert habe, begann Ende letzten Jahres und Anfang dieses Jahres mit dem Import von 1,08 Tonnen Reis, von Vietnam und Thailand (zwei der Top-Reislieferanten der Philippinen). Indonesien plant insgesamt 3,2 Millionen Tonnen Reis in diesem Jahr zu importieren, so der Bericht.

Selbst eines der ärmsten Länder der Welt – Bangladesh, hat vor kurzem mit Vietnam einen Reisversorgungsvertrag abgeschlossen. Malaysia, so der Bericht, hatte 800.000 MT Reis aus Vietnam „ruhig geordert“. Südkorea importiert ebenso Reis aus den gleichen Quellen wie die Philippinen.

Eine der beunruhigendsten Entwicklungen, so der Bericht, war Chinas Kauf von Reis aus Vietnam und Burma (Myanmar). „Die Handlungen dieser anderen Ländern stellen eine große Gefahr für unsere Ernährungssicherheit dar, als die Möglichkeit besteht, dass sie das Angebot für Reis aufsaugen oder diese als restliche Bestände ansehen, die dann sehr teuer werden.“ so der NICA Bericht.

Überholt

Der Bericht besagt, die Philippinen wurden von anderen Ländern überholt. „Die Gefahr einer Hungersnot in diesem Land erreicht derzeit den Punkt, dass dies nun zum Problem der nationalen Sicherheit wird.“

„Was derzeit mehr beunruhigt ist unser eigenes Wetter, welches zu niedrigeren Reiserträgen beitragt.“ so der Bericht. Überschwemmungen in den Visayas und Mindanao vor kurzem, führten zwar nicht zu deutlichen Ernteeinbußen, doch erhöhten sie den nationalen Fehlbetrag.

Der Bericht warnte, dass ein Mangel, privaten Händlern die Tür öffnen könne, was zu einer künstlichen Angebots-Nachfrage-Ungleichheit führte, die wiederum höhere Preise verursachen könne. Der Bericht besagt auch, dass die Reiseinfuhr vor Schmiergeldern geschützt werden sollte. Ein Mangel wird nur einem Reis Kartell nutzen, das in dem Land das Geschäft weiter betreibt, hieß es.

Der Bericht betont die Notwendigkeit für Herrn Aquino, von der NFA einen detaillierten Bericht über die Reis Verfügbarkeit anzufordern, und Maßnahmen zu unterbreiten, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Quelle: Aquino warned of rice crisis
http://newsinfo.inquirer.net/inquirerheadlines/nation/view/20110412-330651/Aquino-warned-of-rice-crisis

 

Kommentar:
Anbetracht dieser Situation, verblassen Erfolgsmeldungen aus der Wirtschaft.

Wer frühzeitige Warnungen der UNO, als Preistreiberei hinstellt, statt sofort zu handeln, muss sich dann fragen lassen, warum die Politiker des Auslands darauf reagiert haben und handelten!

Also keine Entwarnung! Es hilft nichts sich täglich vor den Spiegel zu stellen und gebetsmühlenartig die Erfolgsmeldungen, seien sie auch noch so klein oder groß, runter zu trällern. Dazu bedarf es dem Lesen zwischen den Zeilen.