Schande: 2,4 Mio. arbeitende Kinder in ausbeuterischen, gefährlichen Jobs

5. April 2011 – Rund 2,4 Millionen philippinische Kinder, fast so viele wie die Bevölkerung von Quezon City, arbeiten in einem, den die „International Labor Organization“ (ILO) als Job unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen, bezeichnet.

Die ILO definiert Kinderarbeit als jede Arbeit oder Erwerbstätigkeit, die von Kindern durchgeführt wird und die ausbeuterisch oder schädlich für die Gesundheit, Sicherheit, körperliche, geistige und psychische Entwicklung ist. Fünfzehn Jahre ist laut ILO-Standard das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung und Arbeit.

Die Philippinen, haben zusammen mit den ILO-Mitgliedsländern gefordert, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bis 2016 zu beenden. Dazu gehören unter vielen anderen, alle Formen der Sklaverei oder ähnliche Praktiken, kommerziellen Sex und gefährlicher Arbeit, wie sie im Bergbau und Feuerwerksherstellung vorkommen.

„In den nächsten zwei Jahren, hoffen wir die Hälfte der schlimmsten Formen der Kinderarbeit, wie sie im Bergbau, der Prostitution und auch als Kindersoldaten eingesetzt werden, zu reduzieren.“ sagte gestern Lourdes Transmonte, Staatssekretärin vom Arbeitsministerium in einem Pressegespräch. „Das ist unsere Priorität, vor allem im Bergbau und der Landwirtschaft, bei Feuerwerksherstellung und in anderen gefährlichen Bedingungen.“ sagte sie. „Immer, wenn wir sie sehen, müssen wir sofort handeln.“

Niemand weiß wirklich sicher, wie viele Kinder in den schlimmsten Formen der Kinderarbeit sind. Deshalb wird ab diesem Jahr, das Arbeitsministerium, das Nationale Amt für Statistik und die ILO eine 10-jährige Beobachtung der arbeitenden philippinischen Kinder starten, um sich ein umfassenderes Bild machen zu können, da die letzte Erhebung im Jahr 2001 durchgeführt wurde, die aber nicht die schlimmsten Formen der Kinderarbeit beinhaltet.

Die philippinische Arbeitserhebung zeige, dass im April letzten Jahres es 2,4 Millionen philippinische Kinderarbeiter gab. „Die Umfrage besagt wirklich nicht, welche Kinder in der Schule sind, in gefährlicher Arbeit oder in ausbeuterischen Situationen.“ sagte Giovanni Soledad, der im Rahmen des ILO das Programm für die Beseitigung der Kinderarbeit (IPEC) im Land koordiniert. Viele Kinder, sagte er, sind auch in die Prostitution gelockt worden, in die Pornographie, den Verkauf von gefährlichen und verbotenen Drogen und so weiter.

IPEC, welche das Programm gegen Kinderarbeit des Arbeitsministerium unterstützt, verfügt über vier Standorte in Masbate, Northern Samar, Quezon und Bukidnon an denen es Voruntersuchungen gemacht hat über Kinderarbeit.

Zum Beispiel, der 4.111 Kinderarbeiter in Masbate City, Aroroy und Cawayan Städte in Masbate, wo 3 von 10 in der Fischerei und 20% als familiäre Verkaufshelfer arbeiten. Fast die Hälfte arbeiteten, um ihre Familien zu unterstützen, und fast einer von 10 sagten, ihre Eltern könnten es sich nicht leisten, sie zur Schule zu schicken.

In Nord Samar, wo man 1.589 Kinderarbeiter in Catarman, Laoang, Las Navas und Modragon fand, waren 3 von 10 als familiäre Verkaufshelfer tätig, 15% in der Hausarbeit und 9% im Reisanbau. Fast die Hälfte waren nicht in der Schule, um ihre Familien zu unterstützen, die zu etwa 10% ihnen die Ausbildung nicht leisten konnte.

Oder die 1.453 Kinderarbeiter in Lucena City und Catanauan in Quezon, wo einer von vier als Verkäufer für die Familie tätig war, während andere als Hausangestellte und als Schrott-Recycler tätig waren. Fast die Hälfte von ihnen waren nicht in der Schule und diejenigen welche zur Schule gingen, waren etwa eine Woche pro Monat abwesend. Über 8 von 10 dieser Abwesenden nannten Arbeit, um ihre Familien zu unterstützen, als Grund für ihre Abwesenheit. Drei von 10 die aus der Schule waren, sagten ihre Eltern konnten sich ihre Schule nicht leisten.

In Bukidnon, wo 1.632 Kinder beschäftigt waren (in Malaybalay City, Laramag, Quezon und Valencia City), arbeiteten drei von 10 in Zuckerbetrieben, während vier von 10 auf Mais Farmen waren. Die Hälfte von ihnen waren nicht in der Schule wegen der Notwendigkeit, so sagten die meisten, die Familie zu unterstützen. Einer von vier, sagte ihre Eltern könnten sich die Schulgebühren nicht leisten.

„Es ist für niemanden überraschend, dass Kinderarbeit in engem Zusammenhang mit Armut und Zugang zu Bildung verbunden ist.“ sagte ILO-Direktor Lawrence Jeff Johnson in derselben Unterrichtung. „Kinder, die kaum Zugang zu Bildung haben, arbeiten oft, um unmittelbare Bedürfnisse von Familien gerecht zu werden, und aus Mangel an einer besseren Alternative.“

„Kinder, die Arbeit mit der Schule verbinden, brachen häufig vorzeitig ab, da die Kinderarbeit beim Lernen stört.“ fügte er hinzu. „Arme Familien haben keine andere Wahl, schicken ihre Kinder zum Arbeiten, um nur zu überleben und als solche Kinderarbeiter sind diese dann häufig gezwungen, die Schule abzubrechen.“

Die Abbruch-Rate für Grundschulen im Land, sagte er, habe sich in den letzten drei Jahren erhöht, von durchschnittlich 6 Prozent im Zeitraum 2007-2008 auf 6,28 Prozent in den Jahren 2009-2010.

Die ILO unterstützt die IPEC Modelle für die direkte Aktion, zur Vermeidung und Beseitigung der Kinderarbeit durch die Schaffung von unterstützenden Maßnahmen auf nationaler und lokaler Ebene. Förderung lokaler Regierungen und Nichtregierungsorganisationen bei der Bereitstellung von Dienstleistungen sollen die Kinderarbeit verhindern.

Das ursprüngliche Ziel seien 9.350 Kinder in den vier Provinzen, darunter 5.500 Kinder die aus der Arbeit genommen werden sollen, 3.350 Kinder die an einer Arbeitsaufnahme gehindert werden sollen und zum Schutz von 500 Kindern von der Arbeit überhaupt.

In der Provinz Quezon gehören zu den IPEC Aktivitäten der Einsatz mobiler Lehrer, für Kinder, die in abgelegenen Gebieten wohnen und die in der Regel während der Ernte den Schulbesuch stoppten. In Bukidnon, beinhaltet die IPEC Arbeit eine Zusammenarbeit mit der Zuckerindustrie Stiftung, die den Aufbau einer Gemeinschaftsschule für indigene Volksgruppen gründete. Das Ministerium für Bildung unterstützt durch Lehrerfortbildung, während die lokalen Regierungen ihre Gehälter übernimmt.

Quelle: A shame: 2.4M working kids – ILO says they’re mostly in exploitative, dangerous jobs

http://www.malaya.com.ph/apr06/news1.html