Sparsamkeit & Studenten

Mit Abschluss des Schuljahres 2011 in diesem März, bietet sich ein guter Zeitpunkt, eine Bestandsaufnahme der Ausbildungsprioritäten zu machen. Nicht nur, dass die Bildung wie ein Faß ohne Boden mit einer nicht enden wollenden Nachfrage nach Mitteln und Ressourcen ist. Bestehende Programme müssen auch überwacht, bewertet und verfeinert werden, um optimale Ergebnisse abzuleiten und die Verschwendung von Ressourcen und Chancen zu verhindern.

Die Enthüllung, dass 12,5 Millionen Pesos des Cebu City Stipendienprogramms verschwendet wurden, durch Studienabbruch der Studenten während des zweiten Semesters, sollte die Planer veranlassen ihr Programm zu überprüfen.

Nichts ist umsonst

Nach dem Sun.Star-Artikel vom 20. März, verteidigte Rep. Tomas Osmeña die Stipendien als Unterstützung, damit Kinder aus armen Familien sich in der Hochschule einschreiben können.

Die Einschreibung ist nur der Anfang eines Prozesses, der viele Herausforderungen für Studenten und deren Familien hat. Die 10.000 Pesos die jeder Student vor den Wahlen im Mai 2010 erhielt, deckten offenbar nicht alle Schulgebühren und sonstige Finanzaufwendungen, die ein Student in der Regel während eines Semesters beim Studium an einer Hochschule in Cebu City, hat.

Da seine Eltern auf dem Land, auch seine jüngeren Geschwister zu unterstützen haben, jobt der Zollverwaltungsstudent Jason, neben seinen Schularbeiten die er rechtzeit erledigen muss, nachdem er als studentische Hilfskraft arbeitet (eine Voraussetzung für sein Stipendium), als Wochenendhilfe bei seinen Verwandten im Sari-Sari-Store und gelegentlich als Mathematik Tutor.

Schulen und Stiftungen verlangen von Studenten wie Jason ein Minimum der Unterhaltskosten selbst zu bestreiten, das ein vorrangiges Ziel sei, das aber von Studenten und deren Eltern im täglichen Kampf, um das Stipendium zu halten, gerne vergessen würde.

 

Jenseits des Geldes

Arbeitende Studenten sehen sich aber auch Prüfungen gegenüber, die nicht nur monetär seien. Hochschulneuling Karen brach wenige Wochen vor ihrem Examen das Studium ab, da sie das Gefühl hatte, keinen mehr zu finden, der ihr helfen würde.

Als eine ausgezeichnete Schülerin einer High-School aus der Provinz, war Karen gut in Mathe aber ihr fehlte eine solide Grundlage in englischer Sprache und dem Lesen (Schulfach Reading = Interpretieren englischer Texte). Dies und die unterbrochene Unterstützung ihrer Familie überforderten Karens Anpassungsmöglichkeiten im ersten Semester an der Hochschule in Cebu City.

Als Lehrer und Freunde bemerkten, dass Karen aus Geldmangel das Mittagessen ausfallen lies, unterstützten sie die anderen Studenten mit ihren bescheidenen Mitteln, damit sie etwas zu essen hatte und an Projekten teilnehmen konnte. Andere Lehrer arbeiteten freiwillig mit ihr nach dem Unterricht bei Themen, die ihr Schwierigkeiten bereiteten.

Trotz Erfüllung der Zahlungen und sonstiger notwendiger Treffen, konnte Karen nicht auf die Unterstützung ihrer Familie zählen. Sie musste immer wieder nach Hause zu ihrem Vater, einem Bauarbeiter gehen. Die Unterkunft, ihr „Zuhause“ in Cebu City war nicht förderlich für das Studium oder die Erholung. Die kargen Mittel, die sie von ihrem Vater bekam wurden dann sogar ganz gestoppt, als die Frau ihres Vaters ihn daran hinderte, Karen zu unterstützen als sie mit ihrem Freund zusammen zog. Karens Mutter ist Hausfrau und konnte ihr kein Geld senden.

Nachdenklich über Karens Entscheidung das College zu beenden und als Verkäuferin zu arbeiten, sagte ein Mentor, dass Hochschul-Stipendien für „arme, doch lobenswerte“ Schüler hinter ihre guten Absichten zurück fielen, wenn diese durch finanzielle Probleme belastet würden, welche diese aufgrund der komplexen studentischen Zusammenhänge nicht ausgleichen könnten.

Neben der Ausdehnung der finanziellen Hilfe, muss ein Stipendienprogramm auch die psychosozialen Erfordernisse der Studenten ansprechen, auf der langen und herausfordernden Strecke zu bleiben, bis zur Erlangung des Abschlusses.

Quelle: „Editorial: Saving scholars“

http://www.sunstar.com.ph/cebu/opinion/2011/03/27/editorial-saving-scholars-147181