Reispreis

Die FAZ schreibt heute „Reismarkt im Banne der Zocker?“ und trifft damit ins „Schwarze“, leider ins ganz traurig Schwarze!

Zum Hintergrund:

Der Reispreis sei danach am Rohstoffmarkt in gerade mal 5 Wochen um rund 24 Prozent gestiegen, obwohl die Weltproduktion praktisch auf Rekordniveau liegt! Der Weltpreis wird jedoch leider durch die „Zocker“ dort generiert. Wenn Anleger wie der für seine Sprüche berüchtigte „Anleger“ oder sagen wir besser „Spekulant“ Jim Rogers empfehlen, von Gold in Reis „zu rotieren“, dann weiß man, was zu erwarten ist. Die Produktion weltweit liegt bei voraussichtlich über 450 Millionen Tonnen Reis. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 3%, absolutes Rekordniveau! Der Verbrauch dürfte auf ähnlichem Niveau liegen, wobei hier Lagerbestände mit weit über 90 Millionen Tonnen dazu kommen. Der Welthandel liegt bei ca. einem Drittel, da die Länder mit größerem Bedarf auch selbst Reis produzieren.Während die größten Reisanbaugebiete mit einem Anteil von 35 Prozent mit großem Abstand in China liegen, folgt Indien, Indonesien, Bangladesch, Vietnam, Thailand, die Philippinen, Burma, Brasilien, Japan und die USA. Hingegen ist der größte Importeur die Philippinen, mit ca. 2 Millionen Tonnen Reis! Die größten Reisexportstaaten dagegen sind Thailand, Vietnam, die USA, Pakistan und Indien. Sie exportieren im laufenden Jahr voraussichtlich zwischen 10 und 2,5 Millionen Tonnen. Die amerikanischen Exportteure haben mit 3,5 Millionen Tonnen einen Anteil von knapp zwölf Prozent am globalen Reisexportmarkt. Zehn Prozent davon werden gegenwärtig täglich am amerikanischen Terminmarkt umgeschlagen. Mit der Absicherung dieses Geschäftes haben Handelsvolumina in dieser Größenordnung kaum noch etwas zu tun, erklären die Kritiker dieser Preisentwicklung.

Soweit die aktuelle Einschätzung, als Zusammenfassung des FAZ-Artikels.

(Originalartikel: Reismarkt im Banne der Zocker?)

 

Die Philippinen sind leider traditionell nicht in der Lage, den eigenen Reisbedarf selbst zu decken und so auf den Import mit diesen Marktgegebenheiten angewiesen! Somit bleibt man der Spielball anderer. Politisch kämpft man seit Jahren mit diesem Problem, ohne es in den Griff zu bekommen. Dabei ist es noch keine 3 Jahre zurück, als der Mob auf den Strassen Cebus wegen des Reispreises tobte! Denn 2008 war die letzte Rekordmarke des Reispreises nicht lautlos gesetzt worden. Damals demonstrierten aufgebrachte Menschenmengen dagegen und verbrannten bereits öffentlich Bilder der damaligen Präsidentin. Die Sprecher der Demonstranten machten damals die Ausländer für diese Preisentwicklung verantwortlich, insbesondere die Chinesen. Wobei die Chinesen wie man oben liest, damit wirklich nichts zu tun haben. Die Spekulanten sind damals wie heute die Hauptverantwortlichen für diese verfehlte Entwicklung.

Nun wird also vermutlich wieder dieses traurige Spiel beginnen. Meine Hoffnung auf kurzfristige Änderung ist gleich Null. Hier hilft nur eine klare politische Weichenstellung, die ich derzeit nicht erkennen kann und diese ohnehin eine entsprechende Vorlaufzeit benötigt! Meine Hoffnung ist, dass man Unruhen nicht zu sehr zur Entfaltung kommen lässt. Denn die Unruhen von 2008 haben sich in mein Unterbewusstsein gebrannt! Statt aus der Erfahrung zu lernen und schneller an die Themen ran zugehen wie Landreform oder Geburtenkontrolle, muss man sich mit den religiösen Führern herum schlagen, die diese Entwicklung noch verschlimmern. Diese sorgen leider für eine Steigerung dieser Probleme. Bleibt zu hoffen, dass es ihnen nicht noch gelingt, dann gleichzeitig das Volk auf die Straße zu hetzen und Unruhe zu schüren …