Azkals – Mongolei 2:0

Gestern abend fand das „Asian Football Confederation (AFC) Challenge Cup“ Qualifikationsspiel der Philippinen (Weltrangliste 152) gegen die Mongolei (Weltrangliste 182) im Panaad Stadium in Bacolod City statt. Ich hatte das Vergnügen das Spiel live am Fernseher (Studio 23) zu verfolgen und muss meine Meinung etwas revidieren.

Die Filipinos gewannen das Spiel 2:0 und die Presse überschlägt sich heute mit den Nachrichten. Man spricht von einer „Wiedergeburt“ des philippinischen Fußballs, wo ich aber noch nie was von der ersten Geburt hörte. Ebenso lässt sich mancher Redakteur zu Aussagen hinreißen wie, die Philippinen hätten die Mongolei „deklassiert“. Naja, der Nationalstolz der Pinoys kennt manchmal wenig Grenzen – also primär freuen wir uns mal alle und das ist sicher!

Sogar der Präsident „Noynoy“ Aquino gratulierte der philippinischen Fußballmannschaft zu ihrem 2:0 Sieg über die Mongolei mit den Worten, dass sie „Stolz und Ehre den Filipinos weltweit brachte“. Weiterhin meinte er „Eure beiden Tore zeigten die philippinische Kreativität und die harte Arbeit, die Ihr in Euren Sport gesteckt habt“. Pnoy meinte auch, dass die „Azkals“ wie sich die Fußballer selbst nennen, das Land vereinigten. Dass die Philippine Football Federation (PFF) alles daran setzt, den prestigeträchtigen Fußball zu fördern, hat sie ja nicht nur durch die Engagierung des neuen deutschen Trainers Michael Weiß bewiesen. Auch die Tatsache, dass man Präsident Aquino 3 Millionen Pesos aus seinem „Social Fund“ heraus leierte, darf man wohl so bewerten.

Im Rückspiel am 15. März in Ulan Bator, müsste die Mongolei mindestens 3:0 gewinnen, um sich für die Gruppenphase (Beginn am 26. März in Bangladesh) noch zu qualifizieren. Dennoch analysiert der deutsche Trainer Michael Weiß gestern richtig: „Wir erwarten ein schwieriges Spiel. Wir haben viel Geduld und große Entschlossenheit gezeigt. Obwohl wir so viele Torchancen hatten, die wir nicht umgesetzt haben, konnten wir letztlich ein 2:0 erreichen.“ Dies klingt schon erheblich realistischer, als die philippinische Presse und Öffentlichkeit.

Und was habe ich als „neutraler“ Zuschauer gesehen?

Die Filipinos haben wesentlich engagierter und offensiver gespielt, als zuletzt im Dezember, als man gegen Indonesien 1:0 verlor. Allerdings war die Mongolei kein seriöser Gegner der eine objektive Aussage ableiten lässt! Denn ich erinnere mich an keine einzige Torchance der Mongolen und das lag nicht am „Zauberfußball“ der Pinoys! Dazu kam eine indiskutable Leistung des Fifa-Schiedsrichters, der sich durch die Stimmung auf den Rängen beeinflussen ließ. So hat der bereits nach rund 20 Minuten Spiel, einem Mongolen eine gelb-rote Karte gezeigt, da der bei einem verzögerten Freistoßtrick-Versuch der Filipinos, sich zu früh aus der Mauer löste. Weitere fragliche Schiedsrichter-Entscheidungen muss man ebenso unter diesem Aspekt sehen, denn kurz darauf hat er einem weiteren Mongolen die gelbe Karte gezeigt, ohne dass dieser gefoult hätte und ein Handspiel eines Filipinos hat er gar gänzlich übersehen.

Die Unterzahl konnten die Mongolen nie ausgleichen, dafür waren sie einfach zu schwach. Trotzdem haben sich die Filipinos sehr schwer getan, nach dem 1:0 in der 42. Minute durch Emilio Caligdong von Barotac Nuevo (Iloilo), den Sieg sicher zu stellen. Man erspielte sich sehr viele Chancen, aber erst Phil Younghusband (GB) konnte in der 92. Minute, also bereits in der Nachspielzeit mit dem Schlusspfiff, das zweite Tor erzielen. Gegen Ende des Spiels wurde die philippinische Abwehr derart leichtsinnig, dass ein echter Gegner das Spiel sicher noch gedreht hätte. Der Torwart beispielsweise unterlief bereits in der ersten Halbzeit ohne Druck eine Rückgabe, die er per Kopf verfehlte und in der zweiten Halbzeit war er permanent als Spieler in der eigenen Hälfte unterwegs. Als er einen Ball dann unglücklich an einen Gegner verlor, hätte das durchaus ins Auge gehen können.

Aber halten wir positiv das Ergebnis fest und es ist immer schöner, wenn auch mit etwas Kritik, so aber doch zu gewinnen, als kritiklos zu verlieren. Nach dem Schlusspfiff waren alle begeistert, sodass man sogar sich zu einem Feuerwerk am Himmel hinreisen ließ.

Aber Stevaro wäre nicht Stevaro, wenn er nicht auf eine Sache noch hinweisen würde. Denn im Vorfeld des Spieles verschenkte man 10.000 Eintrittskarten neben 15.000 verkauften Karten. Die offiziellen Zahlen schwanken dabei nicht unerheblich, da man Besucherangaben zwischen 18.000 und 25.000 nennt. Wer mal in einem philippinischen Stadion auf einer Tribüne sich befand, weiß dass Sicherheitsvorrichtungen bestenfalls im Kopf stattfinden. Es bleibt zu hoffen, wenn sich Sportveranstaltungen dieser Größenordnung wiederholen, dass keine Sicherheitsprobleme entstehen. Denn bei überfüllten Stadien kann eine Massenpanik tödlich enden. Und wieviele Leute man tatsächlich einließ, das wissen vielleicht nur die Götter …

Hier noch die Namen der Azkals-Mannschaft:

Aly Borromeo
Eduard Sacapano
Neil Etheridge
Anton del Rosario
Jerry Barbaso
Kim Relucio
Joebel Bermejo
Rob Gier
Ray Jonnson
Nestorio Margarse
Emilio Caligdong
Simon Greatwich
Peter Jaugan
Mark Ferrer
James Younghusband
Reymark Palmes
Jason de Jong
Patrick Hinrichsen
Jason Sabio
Phil Younghusband
Ian Araneta