Headache-Markt 3

Doch was ist das? Sie hebt die Einkaufsbox an, nimmt ihren Scanner, es piepst und schon erfasst! Bevor ich glauben kann, was ich da sehe oder geschweige denn es gar artikuliert bekomme, da hat sie auch schon die zweite Box erfasst. Wofür haben wir die Boxen angemeldet? Die haben doch einen Kleber angebracht, damit genau dieses nicht passiert. Warum die den nicht sah? Keine Ahnung – wahrscheinlich erkennen deren Augen auch auf die Schnelle nur noch Barcodes? Jedenfalls den alten abgewetzten Aufkleber hat ihr Auge sofort gesehen und das Gerät das sonst sofort bei der geringsten Unebenheit tillt, hat das auch sofort gescannt!

Ich weise sie auf den Anmeldeaufkleber hin. „Oh sorry!“ „Ja, Du mich auch!“ Junge, Junge, da musst Du jedenfalls aufpassen, was die so treiben, schießt es mir durch den Kopf. Sie scannt den Rest auf dem Einkaufswagen und nennt den Betrag „3.588 Pesos“. Langsam kommt es mir vor, als hätte ich mich besser nochmal ins Bett legen sollen. Doch dann frage ich sie eben doch „Wollen Sie das auf dem Laufband dem Amerikaner hinter uns verkaufen?“ Denn der schüttelt schon die ganze Zeit den Kopf. Ohne Worte und ohne das ohnehin unglaubwürdige „Sorry Sir“ scannt sie nun den Rest. „5.214 Pesos“ will sie. Meine Frau bezahlt, natürlich mit einer weiteren Karte, und nein – die fand sie nicht im Skat! Wir verpacken den Rest in unsere Boxen und wollen nach Hause.

Doch zwischen Kasse und Ausgang herrscht lebhafte Betriebsamkeit, den die dort postierten Kontrolleure veranstalten. Deren Sinn? Keine Ahnung! Denn jedes mal fragte ich mich früher warum man solchen Aufwand betreibt, was ich wie weiter oben erwähnt, wegen des „headaches“ jetzt lieber lasse: da stehen Leute, die schauen sich den Kassenzettel an, vergleichen ihn mit Deinem „Einkaufswagen“, haken mehr oder weniger alles ab was sie sehen oder eben auch nicht sehen und dann schaut direkt am Ausgang einer die Haken an, ob die denn auch alle schön gemalt sind oder anderer dubiosen Faktoren genügen, dreht den Zettel um und stempelt die Rückseite! Noch NIE, habe ich erlebt, dass die jemandem an der Stelle des Diebstahls überführten! Wie auch? Auf den paar Metern steht keine Ware. Auch heute nicht.

Also unser Kontrolleur vergleicht, hakt ab, schaut weiter, … „Wir haben es eilig!“ ersparen wir uns, da wir seinen Ehrgeiz gar nicht erst herausfordern wollen! Doch irgend etwas sucht er, was er nicht findet! Klar, der Blinde sucht die Einkaufsboxen, die natürlich nicht auf dem Rechnungszettel stehen. Nun ist dieser Anmeldeaufkleber wirklich nicht der Größte, aber etwa 3x8cm ist der schon und nicht gerade das, was man als „versteckt angebracht“ bezeichnen müsste! Also Einkaufen ist nicht meine Welt! Witziger weise, was in den Einkaufsboxen sonst so drin war, hat den dann gar nicht mehr interessiert …

Meine Frau fährt vor zum „Stempelfuzzi“, während ich den Amerikaner der nach uns an der Kasse stand, wutentbrannt von der Kasse Richtung Ausgang laufen sehe. Der Kontrolleur meint, er solle sich bitte an der sich in der Zwischenzeit gebildeten Warteschlange anstellen. Der denkt aber nicht mal dran sein Tempo zu vermindern. Er giftet den Kontrolleur zurück: „Wozu? Schau: 2 Artikel in der Hand und 2 Artikel auf dem Kassenzettel. Was willst Du da überhaupt kontrollieren? Wieso? Seid Ihr denn alle bekloppt hier?“ Und verschwindet raus zu seinem Auto. Ich denke mir „Wie Recht er doch hat! Aber genau wegen dieser Arroganz hat Corazon Aquino und die katholische Kirche Euch vor 20 Jahren nach Hause geschickt!“

Doch zu spät: denn da ist es schon wieder, das „Headache“! Aber künftig bleibe ich doch lieber auch gleich zu Hause! Da erspare ich mir dann wenigstens das Kurieren des Kopfwehs, wegen dem ich jetzt erst mal eine Erholungspause brauche …