Headache-Markt 2

Also heute steht nur das kleine Einkaufsprogramm an, denn wir haben es nämlich „etwas eiliger“ als sonst. Böse Zungen werden jetzt sagen: denkbar schlechte Voraussetzungen und die auch noch im hierfür falschen Land. Mag ja stimmen, doch egal – heute isses halt so – Ende! Nach Samstag kommt Sonntag und falls da keine Sonne scheint, kann ich das auch nicht ändern. Schon gar nicht dadurch, dass ich dann einfach behaupte „heute ist Montag“!

So begeben wir uns auf die Suche nach den 3 Flaschen Cola, immerhin erinnern noch die Farbe und die Flaschenform dieser „2-Liter-Familien-Gallonen“ an das Getränk. Meine Frau sammelt eifrig Zahnpasta und andere Artikel zusammen, während ich den Wein suche. Hier und da noch was und ab zur Kasse. Welche nehmen wir heute? Da bei Nummer 4 stehen nur wenige und die bezahlen gerade. Man unterhält sich eine Weile … und quasselt immer noch … findet kein Ende … bis die Kassiererin entschwindet. Oder flüchtet? Keine Ahnung, denn irgendwann kommt sie zwar zurück, spricht mit der Gruppe auch weiter, aber nur um kurz darauf wieder zu verschwinden. Doch das will ich mir dann doch nicht antun, wer weiß wann die zurückkommt und vor allem, ob sie dann bereits fertig ist? An der nächsten Kasse steht auch nur einer an. Also gut wir wechseln.

„Wo ist denn die Kassiererin?“ fragt meine Frau. Stimmt, eine freie Kasse ohne Kassiererin, ist wie Lottospielen ohne Kreuze gemacht zu haben! Da wir weit und breit niemanden sehen und der Mann, der direkt vor uns wartet, auch nichts genaues weiß … fahren wir erst mal ein paar Schritte rückwärts … ja, ganz unten da ist auch eine kurze Schlange und eine anwesende Kassiererin. Auf dem Weg dahin hoffen wir, dass wir nicht wieder den ganzen Weg Stück für Stück im Rückwärtsgang retour müssen. Doch es ging vorwärts und so konnten wir unseren ersten Korb entleeren und Cola, Wein und Zahnpasta aufs Laufband legen. Den Rest bräuchten wir nicht aufs Band zu legen, sie wolle das dann direkt vom Einkaufswagen scannen, meinte die Kassiererin. Ich danke ihr aus der Tiefe meines Bandscheibenvorfalls – eine Frau mit Herz und bislang wohl noch mit wohlgeformten Bandscheiben und ohne Kreuzschmerzen, denke ich mir.

Meine Frau gibt ihr die Kundenkarte, sie nimmt diese und fragt nach irgend einer „Rabattkarte“. Schon alleine dieser Kartenwahn beim Einkaufen würde mich wahnsinnig machen, wäre ich öfter mit dabei. Meine Frau will auch der Verkäuferin die Rabattkarte geben, aber wie ein Roboter dreht sie sich langsam zu ihrem Lesegerät um, wo sie die erste Karte einliest. Meine Frau hält immer noch ihre Rabattkarte bereit, aber die Kassiererin macht keine Anstalten diese zu nehmen. Eine Runde Skat wo Du erst bei 120 die Karten des Skats kriegst, ohne beim Reizen einen Zwischenschritt zu vergessen, geht jedenfalls schneller! Doch wir schmunzeln, denn dieses Verhalten ist so neu nun wirklich nicht. Irgendwann nimmt sie dann doch auch diese zweite Karte, liest sie ein und der Spaß kann starten.

Sie beginnt zu scannen: eine Flasche vergorener Traubensaft, … noch eine zweite Flasche davon, eine Flasche Cola, oh … da ist ja noch eine, und weils so schön ist haben wir noch eine Zugabe, … boar! Also rein theoretisch, nur mal so laut vor sich hingedacht: wieso tippt die nicht eine „3“ und scannt dann nur eine Flasche? Früher hatte ich mir ja solche Fragen hin und wieder mal gestellt. Nachdem ich dann bemerkte, dass eben dieses zu dem ganzen Kopfschmerz führte, wie Eingangs bereits erwähnt, jooaar – da lasse ich es eben …! Antworten gibts ohnehin nicht darauf. Also weiter. Sie scannt den Inhalt der ersten Einkaufsbox, … irgendwann: fertig. Gott sei’s getrommelt!

Nächste Einkaufsbox: es befinden sich 10 Kartons Milch darin, alle 1 Liter von einer Molkerei „Ancor“. Gerade bevor sie mit ihrer Scannerpistole loslegen will, sage ich zu ihr: „Ten boxes milk, TEN!“ Denn sonst denkt die noch wir hätten wirklich stundenlang Zeit! Sie bückt sich, beginnt zu zählen: „One, two, three, …, ten!“ Doch was ist das? Nein sie glaubt es nicht und zählt das nochmal! Dann nimmt sie, nachdem sich das ja nun bestätigte, dass sie wirklich ohne Hilfe unfall- und fehlerfrei bis auf 10 zählen konnte, einen Karton Milch in die Hand, dreht sich zu ihrer Maschine, tippt „10x“ und scannt! Ich denk mir noch: „Warum hälts Du nicht Deine Klappe! Beim nächsten mal lass sie scannen. Die ist zwar nicht die Schnellste beim Scannen, aber beim doppelten Zählen erst recht nicht!“ Sie bückt sich wieder und stellt die Milchkartons in die andere Einkaufsbox …

(Fortsetzung folgt)