Headache-Markt 1

Manchmals werde ich den Eindruck nicht los, dass das Leben hier in den Philippinen einem die Geschichten schneller diktiert, als man sie aufschreiben kann. Heute früh zum Beispiel mussten wir mal wieder im Supermarkt einkaufen. Genau genommen im Makro, da man dort normalerweise schnell und zügig seine Sachen auf den Einkaufswagen lädt, den zur Kasse schiebt, bezahlt und wieder nach Hause fährt. Soweit die Idealvorstellung, die zugegebenermassen selten exakt so auch eintrifft.Während man beispielsweise aus Deutschland große Einkaufswagen mit hohen Seitenwänden gewohnt ist, heißt es hier: Stop – Umdenken! Warum auch immer. Nach einer Weile Leben in dem Land wird man feststellen, dass häufiges „Kopfzerbrechen“ über solche Dinge, nichts – aber auch gar nichts – ausser viel Kopfweh bringt. Denn die Einkaufswagen eignen sich sehr gut um sperrige Güter wie Möbelteile zu transportieren oder meinetwegen Toilettenpapier in der „48er-Supersonderangebotsverkaufsvorteilsverpackung“ einzukaufen. Mag ja sinnvoll sein für Großfamilien mit nervösen Verdauungsorganen, aber einen wirklichen Grund zur Änderung meiner Ernährungsgewohnheiten, sehe ich deshalb nicht! Und mit Kleingütern? Vielleicht erhofft man sich ja einen größeren Umsatz damit … doch geradezu motivieren zum Großeinkauf tun diese Einkaufswagen deshalb die meisten Menschen nicht.

Die Einkaufswagen im Makro haben zwar vorne unter der Lenk- oder heißt dies jetzt Schiebestange (?) einen Korb, aber bis man dort 2 Flaschen Rotwein, 3 Cola und 2 Tuben Zahncreme drin hat, muss man hoffen, dass einem bis man an der Kasse ankommt, nicht eine Spur auf dem Boden mit verteilten Kleinteilen folgt und der man dann zurück folgen kann, um die Waren ein zweites Mal einzusammeln. Wie der Pinoy dem ich höchst interessiert bei dieser Aktion beobachtete und bewunderte. Dafür wollte er sich zwar nicht gerade bei mir bedanken, demonstrierte mir an diesem Beispiel dennoch den Begriff „hagbong“ (zu deutsch: herunterfallen) sehr eindrucksvoll, den er immer wieder fluchend ausstieß. So kauften wir vor einiger Zeit dann doch mal zwei Einkaufskörbe im Makro, da wir eben nicht jedesmal Zahnbürsten oder andere Kleinteile gleich kartonweise benötigen und man diese gut auf dem Einkaufswagen platzieren kann und somit von „hagbong“ während der Rundfahrt verschont bleibt.

Also ich gehöre nun eher zur Fraktion der Einkaufsmuffel und das ist gut so – oder eben auch nicht! Doch vertagen wir die Beantwortung dieser Frage an das Ende der „Beichte“. Bemerken, dass ich ein „Shopping-Dilettant“ bin, kann man wohl bereits an meiner ersten aktiven Einkaufshandlung, dem Betreten des Marktes: denn ich will gerade mit Schwung in die heiligen Einkaufhallen rein, da pfeifft mich doch schon der Guard zurück.

„Hab ich was falsch gemacht?“ will ich von ihm wissen.

„Nein, nein. Nur Sie müssen wenn sie was mitbringen, das auch anmelden!“

Klar, ich Dummerchen … doch was habe ich denn heute überhaupt dabei? Da erblicke ich schon im Augenwinkel meine Frau, die da was „anmeldet“. Da dämmert es dann auch mir: ok, die beiden Einkaufsboxen! Warum man diese beiden extra anmelden muss …? Die sind doch gebraucht, was selbst ein Blinder an den deutlichen Gebrauchsspuren sehen würde. Doch Vorsicht, lieber nicht beschweren, sonst muss man künftig selbst noch seine Unterhosen anmelden, da bereits heute z.B. eine Baseballmütze ebenso am Eingang abgegeben werden muss! Denn beim letzten mal pfiff mich auch der Guard zurück, ja er kennt mich bereits und erklärte mir das Verbot! Hatte seinerzeit auf weitere Erklärungen verzichtet, obwohl ich noch immer nicht verstehe, was ich unter der Mütze verstecken könnte, aber nicht in meine Hosentaschen passen würde? Aber wie gesagt, mangels logischer Antwort verzichte ich auf mehr oder minder sinnige Fragen, wegen des daraus resultierenden Headaches …

(Fortsetzung folgt)