Bevölkerungswachstum: Alarmierende Zahlen der UN

Die UN schlägt nach Bekanntgabe neuer Zahlen Alarm: Denn selbst wenn jedes Paar in den Philippinen innerhalb der nächsten 50 Jahre nur zwei Kinder bekäme, geht das Bevölkerungswachstum weiter, so ein Offizieller der UN Weltbevölkerungsbehörde. In den zurückliegenden 4 Monaten der Regierungszeit des neuen Präsidenten Aquino, hat das derzeitige Bevölkerungswachstum den Philippinen eine halbe Million zusätzliche Einwohner beschert. Somit leben derzeit 94 Millionen Einwohner auf den Inseln!Das Kernproblem liegt in der sehr jugendlichen demografischen Verteilung, nach der 35% der Bevölkerung unter 15 Jahre alt ist, weitere 15% zwischen 15 und 24 Jahren. Somit sind 50% aller Filipinos jung und werden bereits bald Eltern werden. Weitere nachteilige und die Demografie beeinflussende Faktoren sind: die Fertilität (Geburtenzahl pro Frau), die aktuell bei 3,3 Kindern liegt. Gleichzeitig konnte man die Mortalitätsrate der Kinder (Sterblichkeitsrate) senken. Damit erreicht die Rate des Bevölkerungswachstums jedoch dieses Jahr bereits mehr als 2%!

Die aktuellen Zahlen, im Vergleich zu den Nachbarländern

Bevölkerungswachstumsrate:

  • Philippinen 2.04%
  • Kambodscha 1.9%
  • Malaysia 1.6%
  • Vietnam 1.0%
  • Indonesien 1.0%
  • Thailand 0.4%

Fertilitätsrate (Kinder pro Frau):

  • Philippinen 3.3
  • Kambodscha 3.0
  • Malaysia 2.5
  • Indonesien 2.1
  • Vietnam 2.1
  • Thailand 1.5

Arbeitslosenquote:

  • Philippinen 8.0%
  • Indonesien 7.9%
  • Vietnam 4.6%
  • Malaysia 3.7%
  • Kambodscha 3.5%
  • Thailand 1.5%

Wie bereits kürzlich berichtet, hat Präsident Aquino vorgeschlagen, an die ärmere Bevölkerung Verhütungsmittel kostenlos zu verteilen. Allerdings ist dies seit 1998 bereits der fünfte Versuch der Familienplanungsbefürworter, in dieser Richtung! Bislang konnte die katholische Kirche immer wieder die Versuche unterbinden und die Amtsvorgänger zur Rücknahme zwingen. Der Präsident hofft nun, dieses mal mehr Erfolg zu haben, da man das Programm sorgfältiger vorbereitete und verschiedene NGO’s (Non-Governmental Organizations = Nichtregierungsorganisationen) und hier besonders Frauenrechtsorganisationen dieses unterstützten. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass er sich auch dank seiner derzeit großen Popularität, von der katholischen Kirche nicht beeinflussen lässt.

Hingegen ist die philippinische katholische Kirche noch immer zu keinem Kompromiss bereit, trotz Bekanntheit der UN-Zahlen. Jedoch ohne alternativen Vorschlag zu unterbreiten, werden sich die katholischen Hardliner zunehmend ins Abseits manövrieren, da nicht zuletzt rund 63% der Bevölkerung den Kurs des Präsidenten unterstützen. Jedoch versucht die Kirche immer wieder die Familienplanung mit der Abtreibung gleichzusetzen.

Aber auch diese Zahlen, bleiben der Bevölkerung nicht verborgen: Während im Jahr 2000 noch 473.400 illegale Abtreibungen geschätzt wurden, so sind es im Jahr 2008 bereits 560.000 Abtreibungen jährlich. Anbetracht der Fakten wenig verwunderlich, denn 23% der jungen Bevölkerung hat vorehelichen Sex und 26% der Frauen zwischen 15 und 24, besonders in ländlichen Regionen ohne Schulen, sind bereits Mütter. Obwohl Abtreibungen illegal sind, wissen viele dieses trotzdem zu umgehen. Dabei sterben jährlich 1.000 Frauen durch die Folgen dieser illegalen Abtreibungen.

Quelle: http://newsinfo.inquirer.net/inquirerheadlines/nation/view/20101110-302382/PH-population-growth-rate-fastest-in-region